Die Bestattungskultur
Ein Mausoleum besitzen meist wohlhabende Sinti- und Roma-Familien. Einige Familien sind sehr groß. Sie kümmern sich um die Beerdigung, tragen die hohen Kosten für Bestattung, Trauerfeier und Grabpflege und legen Familiengräber an.
Einige Gemeinden haben ihre Friedhofsordnung so angepasst, dass Sinti und Roma ihre Angehörigen nach ihren Wünschen bestatten können. In z.B Mausoleen können die Angehörigen trauern. Nach den Bestattungsriten der Sinti und Roma dürfen die Toten nicht verbrannt werden und mit Erde in Berührung kommen. Sie werden daher in einem unterirdischen Raum beigesetzt.
Nach dem Tod des Verstorbenen halten die Angehörigen Totenwache.
Der Friedhof ist ein Ort der Freude. Die Beerdigungen sind opulent. An Sarg und Blumenarrangements wird nicht gespart. Sinti und Roma beachten gegenüber Verstorbenen besondere Pietät. Auch alte Menschen werden geachtet und im Familienverbund gepflegt. Vor den Mausoleen finden sich meist Bänke, manchmal auch Tische.
So können sich die Angehörigen zum Beispiel an Allerheiligen treffen und mit dem Verstorbenen sprechen. Auf dem Friedhof wird gegessen und getrunken. Kerzen, Blumen und andere Mitbringsel dokumentieren die Verehrung des Toten. Auch zu Weihnachten und Ostern werden die Gräber reichlich geschmückt.
In Zeiten, in denen sich bei einigen Menschen auch beim Sterben die Geiz-ist-geil -Mentalität durchgesetzt hat, wirken die aufwändigen Beerdigungen von Sinti und Roma ungewohnt. Obwohl Sinti und Roma oft Christen sind, stößt ihre Bestattungskultur gerade bei älteren Friedhofsbesuchern mancherorts auf Unverständnis.
Alles scheint ihnen zu groß, zu übertrieben. Auf entsprechende Diskussionen sollten die Friedhofsbetreiber vorbereitet sein, sie ändern jedoch nichts daran, dass sich die Zeiten ändern und das Leben insgesamt bunter wird.
Achtung: Gräber sind auch Erinnerungsstätten! Für viele Gräber von Opfern der NS-Zeit wie Sinti und Roma läuft die Liegenzeit aus. Die Ruhestätten sollten erhalten bleiben.
Zentrale Elemente der Sinti und Roma Bestattungskultur
Der Tod als Teil des Lebens: Der Tod wird nicht als Tabu betrachtet, sondern als natürlicher Teil des Lebenskreislaufs. Er ist ein Anlass zur Trauer, aber auch zur Hoffnung auf ein Wiedersehen im Jenseits.
Die Bedeutung der Familie: Die Familie spielt eine zentrale Rolle im Leben der Sinti und Roma. Im Todesfall rückt die Familie eng zusammen, um gemeinsam zu trauern und sich gegenseitig zu unterstützen.
Die Totenwache: Nach dem Tod des Verstorbenen wird eine Totenwache abgehalten, bei der die Familie und enge Freunde zusammenkommen, um zu beten, zu singen und Erinnerungen an den Verstorbenen auszutauschen.
Die Beerdigung: Die Beerdigung ist ein wichtiges Ereignis, bei dem der Verstorbene in Würde und Ehre verabschiedet wird. Der Sarg wird oft mit Blumen, Kränzen und persönlichen Gegenständen geschmückt.
Das Grab: Das Grab ist ein wichtiger Ort des Gedenkens. Es wird oft aufwendig gestaltet und regelmäßig von den Angehörigen besucht und gepflegt.
Die Rolle der Musik: Musik spielt in der Sinti und Roma Kultur eine wichtige Rolle, auch im Zusammenhang mit dem Tod. Trauermusik und Lieder können bei der Beerdigung und der Totenwache gespielt werden.
Der Glaube an ein Leben nach dem Tod: Viele Sinti und Roma glauben an ein Leben nach dem Tod, in dem sie mit ihren verstorbenen Angehörigen wiedervereint werden.
Einige spezifische Bräuche
Die Vermeidung von Feuerbestattungen: Feuerbestattungen sind bei Sinti und Roma eher unüblich. Stattdessen bevorzugen sie traditionell Erdbestattungen.
Die Beisetzung in der Nähe von Verwandten: Es ist üblich, dass Sinti und Roma in der Nähe ihrer Verwandten beigesetzt werden, um die Verbindung zwischen den Familienmitgliedern auch nach dem Tod aufrechtzuerhalten.
Das Aufstellen von Kerzen und Lichtern: Auf den Gräbern werden oft Kerzen und Lichter aufgestellt, um den Verstorbenen zu gedenken und ihnen Licht auf ihrem Weg ins Jenseits zu geben.
Das Teilen von Essen und Trinken: Nach der Beerdigung ist es üblich, dass die Familie und Freunde zusammenkommen, um zu essen und zu trinken. Dies dient dazu, die Gemeinschaft zu stärken und den Verlust gemeinsam zu verarbeiten.
Quelle aus dem Web.
Email: bestattungen@trauerhahn.de
Telephone: 040 590565 Hamburg
Hahn Bestattungen
Lübecker Str. 25 Hornaue
22949 Ammersbek bei Hamburg